Kategorie-Archiv: Allgemein

Neu: Das Kriminal Magazin – eine Besprechung von Michael Kirchschlager

Seit Jahresbeginn erscheint ein neues “True-Crime-Magazin”: Das Kriminal Magazin. Neben dem “Stern Crime” und dem wohl nicht mehr existenten “Real Crime” – beiden Titeln haftet schon zu viel Denglisch für uns deutsche Leser an – endlich die Neuauflage eines Klassikers. Zunächst wollen wir einen Blick in die Geschichte des Magazins wagen und bemühen die Wikipedia: Das Kriminal-Magazin war eine deutsche Unterhaltungsschrift, die zwischen 1929 und 1931 jeden Monat Krimi-Geschichten herausgab. Das Magazin wurde vom Leipziger Wilhelm Godlmann Verlag vertrieben und verkaufte pro Ausgabe ungefähr 100.000 Exemplare. Herausgeber war kein Geringerer als der englische Schriftsteller Edgar Wallace, dessen Foto auf jedem Cover links unten zu sehen war. Das Magazin, das etwa 100 Seiten umfaßte, war relativ billig, auch deswegen, weil es sich zum großen Teil über Werbung finanzierte.

Neben Geschichten von bekannten Schriftstellern der Weimarer Republik veröffentlichte es auch Analysen und Reportagen ganz unterschiedlicher Autoren zum Thema Kriminalistik. Das Magazin war mit Schwarz-Weiß-Fotos, Zeichnungen und Karikaturen von namhaften Künstlern versehen, wobei kunstvolle Einzelfotos auf stärkerem Karton gedruckt waren. Obwohl die Reihe Ende 1931 eingestellt wurde, gab es eine Neuauflage in den Jahren 1935 und 1936, allerdings war das Heft viel einfacher aufgebaut, es bestand weitestgehend aus Kurz- und Fortsetzungsgeschichten. (Quelle: wikipedia).

Das neue Magazin (unser Besprechungstitel ist die Nr. 3) kommt mit 100 Seiten und durchgängigen Farbfotos ganz gut daher und wird auch mit Werbung finanziert (u. a. SPIEGEL Bestseller – was mehr abschreckt als nützt). Das stellt für mich kein Problem dar, allein es wirbt nur mit Kriminalromanwerbung, was einem Magazin für wahre Kriminalfälle nicht wirklich gut tut. Auch die – wohl vom “Oberverlag” gewünschte Vorstellung – prominenter Kriminalschriftsteller (alle aus dem Westen….) paßt nur bedingt und langweilt. Besser wären echte Kriminalisten gewesen. Das Bildmaterial ist – wie bereits gesagt – sehr gut, die kriminalistischen Themen allerdings – neben Aktuellem (Enkeltrick, vermißte Personen, Rechtsmedizin) – wieder die alten: Jürgen Bartsch, legendäre Gangster, elektrischer Stuhl usw. Alles leider schon einmal dagewesen. Ein prominenter Herausgeber (unbedingt ein Kriminalist, Rechtsmediziner oder Kriminalbiologe…) wäre vielleicht aus Marketinggründen ganz nützlich gewesen und hätte dem Magazin etwas Pepp gegeben. Ausstatung und Preis (5 Euro) sind angemessen. Bleibt zu hoffen, daß Das Kriminal Magazin länger läuft als die “Real Crime”. Der Spagat zwischen Kriminalistik und Kriminalliteratur ist schwer zu meistern. Die Leser der Kriminalia.de lesen Krimis eher selten bis kaum. Gleiches gilt für die Leser der Bücher aus dem Verlag Kirchschlager. Trotzdem geben wir – vorerst – vier von fünf Sternen für den Mut, ein deutsches Kriminal-Magazin und kein denglisches Mäggäsinn zu wagen. Michael Kirchschlager

Gerd Frank: Der Fall der Familie Bender (USA, 1872–1873)

Kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg siedelten die USA den Indianerstamm der Osagen von Labette County in Kansas in die sogenannten „neuen Indianischen Territorien“ um. Hart arbeitende Männer und Frauen wollten sich in diesem Gebiet eine neue Heimat aufbauen. Um das Jahr 1870 ließen sich unter anderem fünf Familien, die den Spiritisten nahestanden, nördlich und östlich der Gemeinde Cherryvale nieder und bearbeiteten das Land. Unter ihnen war eine Familie namens Bender. Es ist nicht belegt, ob sie tatsächlich so hieß. Vermutungen zufolge handelte es sich um deutsche Einwanderer. Hierfür sprach, daß der alte Bender, der sich John nannte, nur sehr schlecht Englisch sprach. Er muß ein Mann von furchteinflößender Kraft gewesen sein, der mit ruppiger, kehliger Stimme sprach, die kaum zu verstehen war. Seine Frau Kate wurde ähnlich geschildert, zudem soll sie ungewöhnlich brutal gewesen sein, weshalb man sie allgemein nur als „Weibsteufel“ bezeichnete. Der 27jährige Sohn John Jr. war als mürrisch und abweisend bekannt, Tochter Katie soll ziemlich schön gewesen sein. Sie bildete sich ein, ein Medium zu sein, und behauptete auf Karten, die sie verschickte, Taube und Blinde heilen zu können. Weiterlesen

Gerd Frank: TAVO, DER BANDENCHEF – Der Fall Gustavo Adolfo Parada Morales (El Salvador, 1996-1999, 2007)

Gustavo Adolfo Parada Morales, bekannt geworden als ‘El Directo’ (Der Direkte) und von Freunden immer nur “Tavo” (Kurzform von Gustavo) gerufen, wurde 1982 in San Miguel, etwa 130 Kilometer östlich von San Salvador (El Salvador) geboren und wurde zum bislang einzigen Serienmörder seines Landes. Weiterlesen

Gerd Frank: DER GREEN RIVER KILLER – Der Fall Gary Ridgway (1982-1998?)

Gary Leon Ridgway wurde am 18 Februar 1949 in der Mormonenstadt Salt Lake City in Utah geboren; er hatte noch einen Bruder (Tom) und eine Schwester (Mary). Der Vater arbeitete als Busfahrer, die sehr dominante Mutter war Hausfrau. Ridgways Beziehung zur Mutter war sehr eng; bis in seine frühen Teenagerjahre war er Bettnässer. Nach häufigen Fällen nächtlicher Inkontinenz wusch ihm die Mutter die Genitalien, was einerseits dazu führte, daß der Junge sich von der Mutter sexuell angezogen fühlte, andererseits aber auch Wut ihr gegenüber empfand und sogar mit Phantasien spielte, die darin gipfelten, sie umzubringen.

Gary_Ridgway_1982_Mugshot

Leseprobe aus Totmacher 5 Weiterlesen

Martin Dumollarde – Der Werwolf von der Bresse (1810-8. März 1862, hingerichtet mittels Guillotine)

Die seltene Flugschrift zeigt einen Holzschnitt, der die Hinrichtung Dumollards mittels Guillotine darstellt (Sammlung Kirchschlager, Arnstadt). Martin Dumollard oder Dumollarde gilt als einer der berüchtigsten Serienmörder Frankreichs (vgl. Historische Serienmörder I). Er ermordete zahlreiche junge Frauen, wobei ihm seine Ehefrau behilflich gewesen sein soll.

1-1

Maison_de_Martin_Dumollard_à_Dagneux,_lors_de_son_arrestation

Hier hauste und mordete Dumollarde. Unten ein Bild des Serienmörders.

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Unten eines seiner Opfer.

Photographie_de_Marie_Baday_(victime_de_Dumollard)_par_Bernabé_en_1855_sur_le_parvis_de_l'église_de_Tramoyes

Quelle der Fotos: murderpedia.

Gerd Frank: DER TEUFEL VON HAIDARPUR – Der Fall Chandrakant Jha (1998-2007)

Angeblich wollte er ihnen nur helfen, einen Job zu bekommen, ihnen sichere Mahlzeiten verschaffen und sie wie eigene Kinder verwöhnen. Stattdessen rastete er bei lächerlichen Kleinigkeiten aus, tötete sie und verstreute ihre verstümmelten Gliedmaßen in den verschiedensten Stadtteilen von Neu-Delhi. Weiterlesen

Schelle Mathews: Die Menschenjagd in den Wäldern von Wynoochee (1912) – Teil 2

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Eine der Gebirgshütten, in der der “wilde Mann” mehrere Wochen lebte
Zu der Zeit, wo seine Neffen ermordet wurden, war John Tornow zweiunddreißig Jahre alt. Zwei ganze Jahre hatte er in den Wäldern zwischen dem Satsop und dem Wynoochee gehaust. Gelegentlich kreuzte ein Jäger, ein Fallensteller oder ein Holzhauer seinen Pfad. Mit allen stand er auf freundschaftlichem Fuß. In der letzte Zeit jedoch war er nicht mehr gesehen worden. Weiterlesen

Gerd Frank: DER WAHNSINNIGE AUS POLOGOWSKI – Der Fall Sergiy Tkatsch (1984-2005)

Einer der schlimmsten Serienmörder wurde 2005 in der Ukraine von der örtlichen Miliz gefaßt. Es handelte sich um den ehemaligen forensischen Experten und Milizionär Sergiy Tkatsch, der die Tötung von 40 Menschen gestanden, vermutlich aber sogar mehr als einhundert Morde begangen hat. Weiterlesen

Darja Nikolajewna Saltykowa – Die russische Báthory (Rußland, 1801)

Das russische Gegenstück zu Elisabeth Báthory stellt zweifelsohne Darja Nikolajewna Saltykowa (1730-1801) dar. Darja Nikolajewna Saltykowa, genannt Saltytschicha, war eine russische Gutsbesitzerin im Moskauer Gouvernement, die über 100 Leibeigene, in der großen Mehrzahl junge Mädchen, zu Tode quälte. Über ihre Kindheit ist nicht viel bekannt, außer daß sie die dritte Tochter eines Adligen gewesen sein soll. Sie heiratete Gleb Saltykow, einen Offizier der Leibgarde, gebar ihm zwei Söhne und wurde mit 26 Jahren Witwe.

Saltykowa

Saltykowa auf einer Zeichnung aus den 1930er Jahren, Sammlung Kirchschlager Weiterlesen