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Vorgestellt: Petra Klages neues Buch Der Rhein-Ruhr-Ripper Frank Gust – Interviews

Michael Kirchschlager m Gespräch mit Kriminologin Petra Klages über ihr neues Buch

Frank Gust, bekannt unter dem Pseudonym Rhein-Ruhr-Ripper, ist ein Serienmörder mit sexuell-sadistischen Neigungen, der in den 1990er Jahren mindestens vier Frauen ermordet und anschließend teilweise ausgeweidet hat. Taten, die zweifelsohne schockieren und einen mit der Frage zurücklassen, wie ein Mensch zu so etwas fähig sein kann. Die Kriminologin Petra Klages geht gemensam mit dem Täter Frank Gust in Interviews diesen Fragen und anderen persönlichen Ereignissen nach. Ich habe Petra Klages zu ihrem neuen Buch gefragt.

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Liebe Petra Klages, in Deinem neuen Buch gibst Du den Klarnamen des Täters bekannt. Warum erst jetzt?

Bislang ranken sich sozusagen lediglich „Gerüchte“ und zahlreiche Falschmeldungen durch die Medien um den Serienmörder. Unabhängig davon, ob es sich um TV – Interviews handelte oder Berichte der Printmedien. Von daher schien es nur logisch, das Buch auch unter dem tatsächlichen Namen des Täters zu veröffentlichen und auf überflüssige Anonymisierungen zu verzichten. Anonymisierungen nahm ich bislang zwar generell vor, dann allerdings um Opfer- und Angehörigenschutz zu leisten. Da es in dem Buch nicht um grausame Details der Taten geht, gab es keinerlei Anlaß, den Namen des Täters nicht zu nennen. Frank Gust und seine Ehefrau selbst wünschten außerdem, einige Falschmeldungen und Gerüchte zu korrigieren.

Frauen, die einen Serienmörder heiraten – für viele unfaßbar. Was steckt dahinter?

Immer wieder erfahren wir über unterschiedliche Medien von Frauen, die sich in Serienmörder verlieben, ihnen zur Flucht verhelfen oder tatsächlich heiraten. In der Regel lesen wir nie etwas über „Liebe“. Dieses wird den Frauen, die sich in derartige Täter verlieben, vollständig abgesprochen – das ist sicherlich falsch. Vermutlich liegt es einfach daran, daß es für die meisten Menschen absolut unglaublich scheint, sich in derartige Monster – denn so werden sie generell bezeichnet – zu verlieben. Den Medien liegt bedauerlicherweise auch nicht daran, aufzuzeigen und aufzuklären, daß Serienmörder eben auch „Menschen“ sind und bleiben – trotz ihrer grausamen Taten. Neben ihren Taten waren sie beispielsweise ganz „normale“ Menschen: geliebte Söhne, fürsorgliche Väter und verantwortungsbewußte Kollegen. Es ist also durchaus denkbar und somit auch möglich, sich in einen Menschen zu verlieben, der „monströse“ Morde beging, denn diese menschlichen „Anteile“ sind durch die grausamen Taten nicht aufgehoben oder vernichtet worden.

Aber ist es normal?

Sicher, es gab sie immer und wird sie auch immer geben: Frauen, die wir mit gutem Gewissen als „Mördergroupies“ bezeichnen. Das war und ist natürlich nicht nachvollziehbar und erregt aus gutem Grund unsere Abscheu vor diesen Menschen. Es ist allerdings voreilig und falsch, diese Motivation allen Frauen zu unterstellen, die sich in derartige Täter verlieben. Man kann eben nicht alle über einen Kamm scheren.

Frank Gust hat geheiratet. Du warst bei der Hochzeit dabei?

Ja – ich war zur Hochzeit eingeladen (steht im Manuskript).
Es war eine Feierlichkeit im kleinen Kreise im Besuchsraum der JVA Werl. Näheres liest Du dann im Buch.

Kann so eine Ehe normal geführt werden?

Eine „normale“ Ehe bleibt den meisten Inhaftierten sicherlich zum Teil auch aus gutem Grunde in der Regel verwehrt.
Die Ehe bedeutet für viele trotzdem einen Bund für´s Leben einzugehen – eben unter völlig anderen Bedingungen. Möglicherweise steckt hinter diesem Bündnis weit mehr Idealismus – vielleicht auch sehr viel mehr Liebe und Vertrauen, als bei einer „normalen“ Eheschließung, gerade weil eben viele Dinge, die für uns üblich sind, nicht stattfinden können. Das kann ich allerdings nicht beurteilen, lediglich vermuten.

Gibt es ein Art Ehealltag?

Viele Aspekte, die wir im positiven partnerschaftlichen Miteinander schätzen, entfallen einfach.
Es ist dem Paar nicht möglich, sich Tag für Tag zu begegnen. Auch ein Familienurlaub bleibt natürlich verwehrt. Gemeinsame Freundeskreise und Veranstaltungen entfallen genauso, wie unglaublich viele Dinge, die für uns eben ganz normal sind. Besteht diese Ehe tatsächlich auf Dauer, muss vielleicht davon ausgegangen werden, daß die Verbindung andere Qualitäten und möglicherweise sogar eine enorme emotionale Tiefe aufweist um unter diesen enorm erschwerten Bedingungen bestehen zu können. Wie erwähnt, das ist rein hypothetisch und ich denke, von Eheschließung zu Eheschließung Inhaftierter sieht es absolut unterschiedlich aus.

Ich danke Petra Klages für das Gespräch. Ihr Buch erscheint Mitte Oktober 2017 als franz. Broschur, 136 Seiten, 4 Fotos. Verlag Kirchschlager, Preis: 12,95 Euro.

Neu: Das Kriminal Magazin – eine Besprechung von Michael Kirchschlager

Seit Jahresbeginn erscheint ein neues „True-Crime-Magazin“: Das Kriminal Magazin. Neben dem „Stern Crime“ und dem wohl nicht mehr existenten „Real Crime“ – beiden Titeln haftet schon zu viel Denglisch für uns deutsche Leser an – endlich die Neuauflage eines Klassikers. Zunächst wollen wir einen Blick in die Geschichte des Magazins wagen und bemühen die Wikipedia: Das Kriminal-Magazin war eine deutsche Unterhaltungsschrift, die zwischen 1929 und 1931 jeden Monat Krimi-Geschichten herausgab. Das Magazin wurde vom Leipziger Wilhelm Godlmann Verlag vertrieben und verkaufte pro Ausgabe ungefähr 100.000 Exemplare. Herausgeber war kein Geringerer als der englische Schriftsteller Edgar Wallace, dessen Foto auf jedem Cover links unten zu sehen war. Das Magazin, das etwa 100 Seiten umfaßte, war relativ billig, auch deswegen, weil es sich zum großen Teil über Werbung finanzierte.

Neben Geschichten von bekannten Schriftstellern der Weimarer Republik veröffentlichte es auch Analysen und Reportagen ganz unterschiedlicher Autoren zum Thema Kriminalistik. Das Magazin war mit Schwarz-Weiß-Fotos, Zeichnungen und Karikaturen von namhaften Künstlern versehen, wobei kunstvolle Einzelfotos auf stärkerem Karton gedruckt waren. Obwohl die Reihe Ende 1931 eingestellt wurde, gab es eine Neuauflage in den Jahren 1935 und 1936, allerdings war das Heft viel einfacher aufgebaut, es bestand weitestgehend aus Kurz- und Fortsetzungsgeschichten. (Quelle: wikipedia).

Das neue Magazin (unser Besprechungstitel ist die Nr. 3) kommt mit 100 Seiten und durchgängigen Farbfotos ganz gut daher und wird auch mit Werbung finanziert (u. a. SPIEGEL Bestseller – was mehr abschreckt als nützt). Das stellt für mich kein Problem dar, allein es wirbt nur mit Kriminalromanwerbung, was einem Magazin für wahre Kriminalfälle nicht wirklich gut tut. Auch die – wohl vom „Oberverlag“ gewünschte Vorstellung – prominenter Kriminalschriftsteller (alle aus dem Westen….) paßt nur bedingt und langweilt. Besser wären echte Kriminalisten gewesen. Das Bildmaterial ist – wie bereits gesagt – sehr gut, die kriminalistischen Themen allerdings – neben Aktuellem (Enkeltrick, vermißte Personen, Rechtsmedizin) – wieder die alten: Jürgen Bartsch, legendäre Gangster, elektrischer Stuhl usw. Alles leider schon einmal dagewesen. Ein prominenter Herausgeber (unbedingt ein Kriminalist, Rechtsmediziner oder Kriminalbiologe…) wäre vielleicht aus Marketinggründen ganz nützlich gewesen und hätte dem Magazin etwas Pepp gegeben. Ausstatung und Preis (5 Euro) sind angemessen. Bleibt zu hoffen, daß Das Kriminal Magazin länger läuft als die „Real Crime“. Der Spagat zwischen Kriminalistik und Kriminalliteratur ist schwer zu meistern. Die Leser der Kriminalia.de lesen Krimis eher selten bis kaum. Gleiches gilt für die Leser der Bücher aus dem Verlag Kirchschlager. Trotzdem geben wir – vorerst – vier von fünf Sternen für den Mut, ein deutsches Kriminal-Magazin und kein denglisches Mäggäsinn zu wagen. Michael Kirchschlager

Gerd Frank: Der Fall der Familie Bender (USA, 1872–1873)

Kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg siedelten die USA den Indianerstamm der Osagen von Labette County in Kansas in die sogenannten „neuen Indianischen Territorien“ um. Hart arbeitende Männer und Frauen wollten sich in diesem Gebiet eine neue Heimat aufbauen. Um das Jahr 1870 ließen sich unter anderem fünf Familien, die den Spiritisten nahestanden, nördlich und östlich der Gemeinde Cherryvale nieder und bearbeiteten das Land. Unter ihnen war eine Familie namens Bender. Es ist nicht belegt, ob sie tatsächlich so hieß. Vermutungen zufolge handelte es sich um deutsche Einwanderer. Hierfür sprach, daß der alte Bender, der sich John nannte, nur sehr schlecht Englisch sprach. Er muß ein Mann von furchteinflößender Kraft gewesen sein, der mit ruppiger, kehliger Stimme sprach, die kaum zu verstehen war. Seine Frau Kate wurde ähnlich geschildert, zudem soll sie ungewöhnlich brutal gewesen sein, weshalb man sie allgemein nur als „Weibsteufel“ bezeichnete. Der 27jährige Sohn John Jr. war als mürrisch und abweisend bekannt, Tochter Katie soll ziemlich schön gewesen sein. Sie bildete sich ein, ein Medium zu sein, und behauptete auf Karten, die sie verschickte, Taube und Blinde heilen zu können. Weiterlesen

Gerd Frank: TAVO, DER BANDENCHEF – Der Fall Gustavo Adolfo Parada Morales (El Salvador, 1996-1999, 2007)

Gustavo Adolfo Parada Morales, bekannt geworden als ‚El Directo‘ (Der Direkte) und von Freunden immer nur „Tavo“ (Kurzform von Gustavo) gerufen, wurde 1982 in San Miguel, etwa 130 Kilometer östlich von San Salvador (El Salvador) geboren und wurde zum bislang einzigen Serienmörder seines Landes. Weiterlesen

Gerd Frank: DER GREEN RIVER KILLER – Der Fall Gary Ridgway (1982-1998?)

Gary Leon Ridgway wurde am 18 Februar 1949 in der Mormonenstadt Salt Lake City in Utah geboren; er hatte noch einen Bruder (Tom) und eine Schwester (Mary). Der Vater arbeitete als Busfahrer, die sehr dominante Mutter war Hausfrau. Ridgways Beziehung zur Mutter war sehr eng; bis in seine frühen Teenagerjahre war er Bettnässer. Nach häufigen Fällen nächtlicher Inkontinenz wusch ihm die Mutter die Genitalien, was einerseits dazu führte, daß der Junge sich von der Mutter sexuell angezogen fühlte, andererseits aber auch Wut ihr gegenüber empfand und sogar mit Phantasien spielte, die darin gipfelten, sie umzubringen.

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Leseprobe aus Totmacher 5 Weiterlesen

Martin Dumollarde – Der Werwolf von der Bresse (1810-8. März 1862, hingerichtet mittels Guillotine)

Die seltene Flugschrift zeigt einen Holzschnitt, der die Hinrichtung Dumollards mittels Guillotine darstellt (Sammlung Kirchschlager, Arnstadt). Martin Dumollard oder Dumollarde gilt als einer der berüchtigsten Serienmörder Frankreichs (vgl. Historische Serienmörder I). Er ermordete zahlreiche junge Frauen, wobei ihm seine Ehefrau behilflich gewesen sein soll.

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Maison_de_Martin_Dumollard_à_Dagneux,_lors_de_son_arrestation

Hier hauste und mordete Dumollarde. Unten ein Bild des Serienmörders.

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Unten eines seiner Opfer.

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Quelle der Fotos: murderpedia.

Gerd Frank: DER TEUFEL VON HAIDARPUR – Der Fall Chandrakant Jha (1998-2007)

Angeblich wollte er ihnen nur helfen, einen Job zu bekommen, ihnen sichere Mahlzeiten verschaffen und sie wie eigene Kinder verwöhnen. Stattdessen rastete er bei lächerlichen Kleinigkeiten aus, tötete sie und verstreute ihre verstümmelten Gliedmaßen in den verschiedensten Stadtteilen von Neu-Delhi. Weiterlesen

Schelle Mathews: Die Menschenjagd in den Wäldern von Wynoochee (1912) – Teil 2

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Eine der Gebirgshütten, in der der „wilde Mann“ mehrere Wochen lebte
Zu der Zeit, wo seine Neffen ermordet wurden, war John Tornow zweiunddreißig Jahre alt. Zwei ganze Jahre hatte er in den Wäldern zwischen dem Satsop und dem Wynoochee gehaust. Gelegentlich kreuzte ein Jäger, ein Fallensteller oder ein Holzhauer seinen Pfad. Mit allen stand er auf freundschaftlichem Fuß. In der letzte Zeit jedoch war er nicht mehr gesehen worden. Weiterlesen