Kategorie-Archiv: Serienmörder

James Wood – Der Bassinmörder von Buenos Aires (Argentinien, 1930)

Zu den unbekannten Serienmördern der Moderne, selbst wenn wir ihn hier bei den historischen Serienmördern vorstellen, zählt James Wood – nicht zu verwechseln mit dem großartigen Schauspieler James Woods!
In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires erregten im Jahre 1930 drei Selbstmorde größtes Aufsehen. Es handelte sich in allen drei Fällen um die Gattinnen angesehener Bürger, die im Laufe von sechs Monaten verschwunden waren. Kurz nach dem Verschwinden zog man ihre Leichen aus den Fluten des Platastromes. Weiterlesen

Greger Rühel – Ein Wirt und Menschenschlächter (Österreich, 1583)

Gegen Abend des 1. Juni 1583 begehrte ein Edelmann, der mit einem vierspännigen Wagen reiste und aus Prag kam, bei einem Wirt namens Greger Rühel eine Herberge. Das Wirtshaus selbst lag unterhalb der Enns, dreieinhalb Meilen von Wien (ca. 22,5 km) und eine halbe Meile von Kornenburg (ca. 3,5 km) entfernt, an der Straße von Wien nach Prag. Es gehörte zum Flecken Rohrbach, ins Amt Greitzenstein. Greger Rühel bewirtete hier seit vielen Jahren unterschiedliche Gäste und machte gute Geschäfte. Weiterlesen

Simeon Fleischer – Heiratsschwindler und Blaubart (Hessen, 1581)

Der Wollenweber Simeon Fleischer, um 1555 in Full (Fulda?) in Hessen geboren, erkor sich eines Tages eine Jungfrau, die er auch zur Ehe nahm. Er zog von Marburg aus in die Welt, erhielt aber vorher von seinem Vater noch 160 Gulden „Startkapital“, das er jedoch bald verschlemmen sollte. Zwanzig Wochen hett er freud/ darnach stifft er groß mord und leid/ an seinem eignen weibe. Er ermordete sie, da er kein Geld mehr zum „Verschlemmen“ hatte. Selbst die Kleider der Toten verkaufte er.
Fleischer zog fort, drei kleine Meilen (ca. 4,5 km) weit, und begab sich erneut in den Ehestand. Er nahm eine Witfraw von 40 Jahren, lebte mit ihr jedoch nicht vier Wochen und ermordete sie. 40 Gulden waren seine Ausbeute. Bald darauf ehelichte er die Tochter eines Bauern aus dem Land des Grafen von Hanolande, die er jedoch in einem Wirtshaus sitzenließ. Sein nächstes Opfer wurde die Tochter eines Schneiders, mit der er nach Frankfurt zog. Ein halbe Meile (ca. 3,5 km) vor der Stadt, brachte er auch sie jämmerlich um. Seine Beute waren zwölf Gulden.
In Frankfurt machte er sich an das Weib eines Seilers, führte sie zur Kirche und ermordete sie nach neun Wochen. Mit deren 39 Gulden wandte er sich nach Miltenburg bei Kaiserslautern und lebt frölich on alle sorgen. Nun wurde ihm eine Bäckersmagd zur Ehe gegeben, die zwölf Tage bei ihm blieb, auch dann wurde sie getötet. Bei Bischa (?) in einem kleinen Hölzlein erschlug er sie und wurff sie inn die Tauber nein. Aus diesem Mord erhielt er fünf Gulden und die Kleider.
Zu Offenburg führte er eins Schreiners diern nach Straßburg, auch ihr nahm er das Leben. Zwischen Straßburg und Hagenau nahm er vier, zu Wissembourg (Weißenburg im Elsaß) eine Witwe, von der er ebenfalls viel Geld erhielt. Bei Lengenkandel (Kandel) in einem Holz hat er sie ermördet und auch ir tochter stoltz.
Zu Seltz am Rhein blieb er fünf Tage. Dann führte er eine Magd von dannen, die bei einem Küfer (Böttcher) diente. Bei Landau in der Pfalz stürzte er sie in einen Brunnen und gewann achtzehn Gulden. Er mordete in Speyer, Grünstadt, Alzey und Bad Kreuznach. Er begab sich in die Gegend von Kaiserslautern und heiratete kirchlich die Tochter eines reichen Bauern. Von ihrem Vater erhielt er 100 Gulden. Doch der Mörder warf sie nach fünf Wochen ins heimliche Gemach (Abort), wo sie erbärmlich erstickte. Unerkannt und in aller Stille zog er davon, um sich bei Neustadt niederzulassen. Hier traf er auf die Magd eines Schneiders. Die nahm er für sieben Tage zur Ehe, für elf Gulden. Sie scheint er nicht ermordet zu haben.
Zu Baden und Rastatt ermordete er drei weitere Frauen. Schließlich kam man ihm irgendwie auf die Schliche und brachte ihn nach Neustadt. Am 18. Januar 1581 wurde der 19fache Frauenmörder Simeon Fleischer hingerichtet.

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Darja Nikolajewna Saltykowa – Die russische Báthory (Rußland, 1801)

Das russische Gegenstück zu Elisabeth Báthory stellt zweifelsohne Darja Nikolajewna Saltykowa (1730-1801) dar. Darja Nikolajewna Saltykowa, genannt Saltytschicha, war eine russische Gutsbesitzerin im Moskauer Gouvernement, die über 100 Leibeigene, in der großen Mehrzahl junge Mädchen, zu Tode quälte. Über ihre Kindheit ist nicht viel bekannt, außer daß sie die dritte Tochter eines Adligen gewesen sein soll. Sie heiratete Gleb Saltykow, einen Offizier der Leibgarde, gebar ihm zwei Söhne und wurde mit 26 Jahren Witwe.

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Saltykowa auf einer Zeichnung aus den 1930er Jahren, Sammlung Kirchschlager Weiterlesen

Die Marquise de Brinvilliers – Eine schöne Giftmörderin (Frankreich, 1667)

Die Marquise de Brinvilliers stammte aus einem alten, französischen Geschlecht. Ihr Vater, Drogo d`Aubray, ein geachteter Beamter, verheiratete seine Tochter Maria Margaretha d`Aubray mit dem Marquis de Brinvilliers, der seiner Braut in der Abkunft ebenbürtig war.
Der Marquis, Oberst in königlichen Diensten und Kommandeur des Regiments Normandie, war ein Lebemann, Wüstling und Verschwender, wie die Mehrzahl der französischen Edelleute jener Zeit und spielt in der Geschichte seiner Gattin keine weitere Rolle.

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Madame Brinvilliers auf einer Abbildung aus dem 19. Jahrhundert, Sammlung Kirchschlager Weiterlesen

Peter Nirsch – Der 500fache Raubmörder (Deutschland, Neuenmark, 1581)

Peter Niers oder Nirsch mordete seit etwa 1575 Reiche und Arme in mehreren Ländern. Um 1580 kam er nach Franken, wo er ein hochschwangeres Weib, die aus Kitzingen stammte, bei Ochsenfurt ermordete. Er schnitt ihr den Bauch auf, fand ein Knäblein und schnitt es ebenfalls auf. Dann nahm er das Herz des Kindes und aß es. Weiterlesen

Die Blutgräfin Elisabeth Báthory – Heroine des Grauens (Ungarn, 1614)

Die ungarische Gräfin Elisabeth Báthory (auf ungarisch Báthory Erzsébet), die man als „weiblichen Gilles“ bezeichnete, die man Hyäne von Csejte, Tigerin in Menschengestalt, la comtesse sanglante, the World Champion Lady Vampire of all Time oder Heroine des Grauens nannte, soll über 600 Jungfrauen und junge Mädchen wegen ihres Blutes, in welchem sie, um ihre Haut zu erneuern, zu baden pflegte, auf sadistische Weise gequält und umgebracht haben. Doch anders als bei der Beane-Family, wo die schriftlichen zeitgenössischen Quellen fehlen, können wir uns bei der Báthory auf sichere Dokumente stützen, die Michael Farin in seinem Buch Heroine des Grauens. Wirken und Leben der Elisabeth Báthory in Briefen, Zeugenaussagen und Phantasiespielen zusammengetragen und kommentiert hat.

Bathpry Weiterlesen

Martin Ferkas und Paul Wasansky – Die Herzleinfresser (Mähren, 1570)

Am 1. März 1570 wurden zu Ewanschitz in Mähren zwei Mörder hingerichtet, die zusammen 124 Morde begangen hatten. Sie hießen Martin Ferkas und Paul Wasansky.
Letzterer bekannte neben vielen anderen schrecklichen Taten, daß er einst zwei Mägde erschlagen, ihnen die Brüste abgeschnitten und nicht mehr als zehn Groschen bei ihnen gefunden hatte.
Zu einer anderen Zeit erwürgte er mit seinem Mordgesellen zwei schwangere Weiber, schnitt die Kinder heraus, riß ihnen die Herzlein aus dem Leib und fraß diese warm. Bei den Frauen fanden sie nicht mehr als drei Groschen. Als er zwei Knaben totschlug, war die Beute ein Groschen. Weiterlesen