Gerd Frank: José Antonio Rodríguez Vega – Der Altweibermörder (Spanien, 1987-1988)

José Antonio Rodríguez Vega begann seine fragwürdige ‘Karriere’ zunächst als Serienvergewaltiger, entdeckte aber dann den Tötungstrieb: In einer Zeitspanne von nur knapp einem Jahr ermordete er zwischen 1987 und 1988 mindestens 16 alte Frauen, möglicherweise sogar noch mehr. Weiterlesen

Gerd Frank: Wassili Komarow – Der Wolf von Moskau (Rußland, 1921-1923)

Wassili Komarow wurde in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts geboren; in manchen Quellen heißt es 1871, in anderen 1877 oder 1878. Er hatte fünf Brüder; beide Eltern waren der Trunksucht verfallen und mißbrauchten ihre Kinder.

Bereits in jungen Jahren trat Komarow in die russische Armee ein, bei der er vier Jahre diente. Etwa mit 40 Jahren wurde er erstmals straffällig, auch Anzeigen wegen Mißhandlung seiner zweiten Ehefrau und der beiden Kinder häuften sich. Schließlich wurde Komarow Pferdehändler… Im Jahr 1921 unternahm die Polizei bei ihm eine umfangreiche Hausdurchsuchung, weil vermutet wurde, dass Komarow illegal mit Alkohol handele, dabei entdeckte man ein Mordopfer (es sollte sein letztes gewesen sein) unter einem größeren Heuhaufen.

Während umfangreicher Verhöre, gab Komarow zu, soweit er sich erinnern könne – es war Stalins Frühzeit – insgesamt 33 Männer und Frauen ermordet zu haben. „Sie wollten alle bei mir Pferde kaufen…“ Das Motiv für die Morde des ‚Wolfs von Moskau’, wie man ihn fortan nennen sollte, dürfte Habgier gewesen sein; gleichwohl fand sich bei ihm lediglich eine Summe von etwa 930 Rubeln, was nach heutigem Stand etwa 19 Euro entsprach.
Nachdem er seine Verbrechen gestanden hatte, führte Komarow die Polizisten an Orte, an denen er die Leichen beseitigt hatte. Doch nur noch wenige konnten in seiner unmittelbaren Umgebung gefunden werden, weil er viele einfach nur in den Fluß geworfen hatte. Im Schabolowskaya-Bezirk fand man dagegen – vor allem auf verlassenen, unbebauten Grundstücken – nicht weniger als 21 Opfer, die entweder erwürgt oder erschlagen worden waren.

Komarows Vorgehen war stets das gleiche gewesen. Er lockte potentielle Opfer (wenn sie nach Geld aussahen) zu sich nach Hause, bot ihnen Alkohol an und lotste sie dann in den Stall, wo er sie mit wuchtigen Hammerschlägen erschlug oder mit einem Seil erwürgte. Dann steckte er die Leichen in Leinwandsäcke und versteckte sie einfach unter Abfällen. Während seiner Befragungen sagte Komarow immer wieder: „Es ist mir immer ganz leicht gefallen, diese Leute umzubringen. Das hätte ich nicht für möglich gehalten..“ Im Gefängnis unternahm er dreimal einen Selbstmordversuch.

Die Polizei hielt auch Komarows Frau Sofia für mitschuldig, zumal Komarow selbst später zugab, daß sie ihm gelegentlich geholfen hatte. Nach seiner Aussage hatte sie ihn eines Tages bei einem Mord überrascht, anschließend aber nicht angezeigt, sondern sich entschlossen, ihm fortan bei seinem blutigen Handwerk behilflich zu sein. Die Komarows wurden am 18. Juni 1923 erschossen. Die Kinder kamen in ein Waisenhaus. Der Text stammt von Gerd Frank und wird vollständig in einem der nächsten Totmacherbände veröffentlicht.

 

 

William Palmer – Arzt und mehrfacher Giftmörder (England, 1856)

Der Arzt und Serienmörder William Palmer (geb. 6. August 1824 in Rugeley, Staffordshire, England, hingerichtet am 14. Juni 1856 in Stafford) wurde für die Vergiftung seines Bekannten John Parsons Cook verurteilt und öffentlich mit dem Strick hingerichtet. Die Hinrichtung erfolgte öffentlich vor über 20000 Zuschauern. Als Scharfrichter fungierte Mr. Smith, ein Nagelschmied, der das Amt des Henkers schon seit 16 Jahren in der Grafschaft Stafford ausübte. “Palmer`s Körper hing die gebräuchliche Zeit am Galgen, wurde dann abgeschnitten und ins Innere des Gefängnisses gebracht, wo Mr. Bridges von Liverpool augenblicklich einen Gips-Abdruck von Palmer`s Kopf nahm, wie Mr. Bridges behauptet, phrenologisch betrachtet, einen entschieden schlechten Charakter anzeigt.” Der ordnungsliebende Palmer soll aber noch weitere Giftmorde begangen haben, um seinem Hobby, dem Pferderennen (und natürlich den Wetten) fröhnen zu können.

William Palmer.

William Palmers Haus in Rugeley.

Gerichtsverhandlung über William Palmer, Stahlstich, Ende 19. Jahrhundert.

Palmer führte auch ein Tagebuch, in welches er für den November 1855 die Besuche bei seinem kranken Freund Cook eintrug.

20. Dienstag: Wartete Cook den ganzen Tag.

Speiste auf dem Hof.

Bei Cook die ganze Nacht gewacht.

21. Mittwoch: ++++ Cook starb um 1 Uhr heute Morgens.

Das Motiv seiner Taten lag in permanenten pekuniären Schwierigkeiten. Weitere Giftmorde soll er an seiner eigenen Frau, vier seiner fünf Kinder, seiner Schwiegermutter und seinem Bruder begangen haben. Seine Wachsfigur stand über 127 Jahre in Madame Tussauds “Kammer des Schreckens”.

Die Totenmaske des Giftmischers William Palmer.
Carl Gustav Carus: Neuer Atlas der Cranioskopie enthaltend dreissig Tafeln Abbildungen merkwürdiger Todtenmasken und Schädel. Leipzig 1864.

1856 erschien in Wien im Verlag von I. B. Wallishausser eine deutschsprachige Ausgabe von Dr. P. J. Reinhard, der nach englischen Originaltexten den Lebenslauf Palmers minutiös dokumentierte. Selbst Palmers Tagebuch wurde übersetzt und vollständig abgedruckt. Neben den zahlreichen Quellen findet sich auch ein Stahlstich sowie Palmers Autograph.

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Die bayerischen Pappenheimer – Serienmörder oder Justizopfer (Bayern, 1600)

Im Jahre 1542 wurde in dem kleinen Dorf Hüttlingen zwischen Ellwangen und Aalen im Schwabenland ein Junge geboren, der von seinen Eltern Georg und Agatha Gämperl kurz Paulus genannt wurde.
Er machte frühzeitig die Erfahrung, die ein schlechter Ruf mit sich bringt. Paulus hielt sich die erste Zeit mit Schweinehüten, Betteleien und kleineren Diebereien über Wasser, bis er schließlich in der Ziegelhütte von Ansbach eine Anstellung fand. In dieser Ziegelhütte arbeitete Paulus zwei Jahre als Gehilfe. Hier lernte er auch seine spätere Frau Anna, die Tochter des Totengräbers Conz Wilbaldt zu Ansbach, kennen. Weiterlesen

Melchior Hedloff – Der grausame Menschenschütze (Oels, 1659)

Melchior Hedloff ging der Obrigkeit 1653 ins Netz. Er war ein Wildschütze, trug jederzeit zwei Gewehre bei sich und mordete fünfzehn Jahre. Auch er glaubte, ähnlich Nirsch und Gniperdoliga, durch die Macht des Teufels täglich drei Freischüsse zu haben. Verdeckt aus Büschen heraus erschoß und köpfte er 251 Personen – Adlige, Handwerksburschen, Juden, Bauersleute, Frauen, Mägde und Kinder.

Melchior Hedloff

Melchior Hedloff auf einem zeitgenössischen Kupferstich, 17. Jahrhundert Weiterlesen

Peter Stubbe – Der Werwolf von Bedburg (Köln, 1589)

Viel früher als die serbischen Vampire oder deren preußische Vertreter – Gierfraß oder Gierrach – verbreiteten die schon im nordischen Sagenkreis auftauchenden Werwölfe (Mannwölfe) unter unseren Vorfahren Angst und Schrecken. Erstmalig mörderisch tauchten sie, eine Jungfrau von fünfzehn Jahren und kleine Kinder verschlingend, um 1400 in Thüringen auf. Doch am schlimmsten sollten sie während des Hexenwahns (etwa von 1570-1650) wüten, selbst wenn die 250 überlieferten Werwolffälle bei weitem nicht an das Ausmaß der Hexenprozesse heranreichen.

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Belle Guinneß – Die Schwarze Witwe von Laporte (USA, 1908)

Belle Guinneß oder Gunness gilt als erste Serienmörderin der Neuzeit. Mit ihren 130 Kg Lebendgewicht ließ die Schwarze Witwe keinem ihrer Freier eine Chance. Sie wurde am 11. November 1859 in Norwegen geboren. 1883 lud ihre nach Chicago emigrierte Schwester Anna sie ein, zu ihr zu ziehen. Belle ergriff die Gelegenheit und wanderte in die Vereinigten Staaten aus.

belle guiness

Die Schwarze Witwe und Serienkillerin auf einem Foto, um 1905 Weiterlesen

Gerd Frank: Totmacher 1 – Der Vampir von Nürnberg und andere unheimliche Kriminalfälle deutscher Serienmörder – Eine Rezension von Max Pechmann

Das Spezialgebiet des Kirchschlager Verlags ist Kriminalgeschichte. Bereits in der Reihe „Bibliothek des Grauens“ fanden Leser ein Sammelsurium von unheimlichen und seltsamen Fällen, die später in der Reihe „Historische Serienmörder“ weitergeführt wurde. Mit dem Buch „Totmacher 1“ startet der Verlag nun eine weitere Buchreihe über mysteriöse Kriminalfälle. Speziell dieser Band beschäftigt sich mit Fällen, die sich zwischen den Jahren 1945 und 1977 ereignet haben.

Totmacher1-Cover

Autor dieses Buches ist Gerd Frank, der diese Fälle minutiös rekonstruiert hat. Als Quellenmaterial dienten ihm Fachbücher über Kriminalistik als auch Zeitungsberichte. Insgesamt 12 Fälle schildert Frank in einem überaus spannenden Schreibstil. Der Fokus liegt dabei auf psychisch kranke Täter. Dabei stellt sich der Autor immer wieder die Frage, wie aus einem Menschen eine solche Bestie hatte werden können. Dieser Frage geht Gerd Frank dadurch nach, indem er sich mit der Biographie der Täter auseinandersetzt. Parallel zu dem jeweils geschilderten Fall erhält der Leser somit ein recht genaues Bild der damaligen Zeit und der Lebensbedingungen, was die einzelnen Kapitel sehr lebendig werden lässt. Weiterlesen

Georg Hörnlein und Jobst Knau (Deutschland, Nürnberg, 1588)

Aus dem Tagebuch des Meisters Franz, Scharfrichter zu Nürnberg: Am 2. Januar 1588 Georg Hörnlein von Bruth und Jobst Knau von Bamberg, ein Haffner (ein Topfmacher), beides Mörder und Räuber. Vor zwei Jahren griff der Hörnlein nebst seinen Gesellen einen Karrenmann auf der Remareuth an, gab ihm vier Stiche bis er starb und nahm ihm 32 Gulden. Auch hat er und Knau vor sechs Wochen mit einer Schandhure zugehalten. Sie gebar in des einen Haus ein Kind, einen Sohn, welches Knau taufte und dann lebendig die Händlein abschnitt. Weiterlesen

James Wood – Der Bassinmörder von Buenos Aires (Argentinien, 1930)

Zu den unbekannten Serienmördern der Moderne, selbst wenn wir ihn hier bei den historischen Serienmördern vorstellen, zählt James Wood – nicht zu verwechseln mit dem großartigen Schauspieler James Woods!
In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires erregten im Jahre 1930 drei Selbstmorde größtes Aufsehen. Es handelte sich in allen drei Fällen um die Gattinnen angesehener Bürger, die im Laufe von sechs Monaten verschwunden waren. Kurz nach dem Verschwinden zog man ihre Leichen aus den Fluten des Platastromes. Weiterlesen