Gerd Frank: Albert Fish (1924–1934)

Das Mädchen schrie verstört auf, als es den alten Mann sah: Splitternackt stand er neben der aufgeklappten Holzkiste, in der ein kleines Schlachterbeil, ein langes Schlachtermesser und eine Handsäge zu sehen waren.
„Ich sag’s Mama“, konnte Grace noch rufen, dann war es aus. Der schreckliche alte Mann packte das Mädchen, würgte es bis zur Bewußtlosigkeit und verging sich dann an ihm. Albert_fish Weiterlesen

Gerd Frank: DER BLAUBART VON ILLINOIS – Der Fall Johann Otto Hoch (1890–1905)

Zwischen den Jahren 1890 und 1905 ermordete der deutschstämmige Johann Otto Hoch in den USA mindestens 15 seiner zahlreichen Ehefrauen, indem er sie mit Arsen vergiftete. Wie viele Morde er indes tatsächlich begangen hat, ist genauso ungeklärt wie die exakte Anzahl seiner Ehen. Man geht davon aus, daß es zwischen 24 und 50 gewesen sein dürften. Johann_Otto_Hoch Weiterlesen

Neuerscheinung: Totmacher 5 und „Ein grausamlich mord“ – Jubiläumsausgabe zum 20jährigen Bestehen des Verlags Kirchschlager

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Mit Totmacher 5 legt Gerd Frank einen weiteren Band in der Totmacher-Reihe vor – dieses Mal gilt sein Augenmerk US-amerikanischen Serienmördern. Genau wie in den Vorgängerbänden, hat er wieder die spannendsten, interessantesten, aber auch schrecklichsten Kriminalfälle ausgewählt und aufbereitet. Neben bekannten Serienmördern
wie Albert Fish, der kleine Mädchen schändete und zerstückelte, dem irren Charles Manson oder dem kannibalistisch veranlagten Jeffrey Dahmer stellt Gerd Frank auch mehr oder minder unbekannte Täter vor. So findet z. B. die berühmt-berüchtigte Filmtrilogie Hostel ein makabres historisches Vorbild im Hotel von Hermann Webster Mudgett. Der Fall des Todesengels von Alabama, Joseph Dewey Akin, kann als Gegenstück zu den Serienmorden des deutschen Krankenpflegers Niels H. angesehen werden, dessen Fall gerade juristisch geprüft wird. Gerd Frank verfolgt die Lebenswege der Täter bis zu deren Kindheit zurück, beleuchtet immer wieder familiäre und soziale Hintergründe und hinterfragt diese als Keime einer späteren verbrecherischen Entwicklung. In sachlichem Ton, aber mit aller Deutlichkeit zeigt er auf, daß nicht wenige Mörder im Kindesalter selbst Opfer unterschiedlichster Gewalt wurden. Doch eine schwere Kindheit legitimiert kriminelles Verhalten als mündiger Erwachsener noch lange nicht; sie stellt lediglich eine von vielen prägenden Faktoren dar.
Die Opfer gehören zumeist den untersten, schwächsten Schichten der Gesellschaft an, zählen zu den Ausgestoßenen, den Gefallenen, denen, die man verachtet, denen wenig Menschlichkeit gilt; es sind Prostituierte, Drogenabhängige, Landstreicher. Trifft es diese nicht, trifft es oftmals auch einfach nur wehrlose Kinder und Jugendliche. Besonders alarmierend sind die Zahlen ermordeter Frauen, die auf das Konto perverser Lustmörder gehen. Merkwürdig dürfte die US-amerikanische Justiz und deren Rechtsprechung auf die deutsche Leserschaft wirken, wenn wir erfahren, daß der Green River Killer Gary Ridgway für 48 Morde zu 48mal »lebenslänglicher Haft« verurteilt wird. Dennoch hält sich das Mitleid gegenüber den Tätern in Grenzen; man ertappt sich vielleicht sogar dabei, mit einem Anflug von Genugtuung zu lesen, daß Pogo der Killer-Clown am 10. Mai 1994 mittels Giftspritze und Ted Bundy am 24. Januar 1989 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurden. Tatsächlich scheinen Verbrechen und Rechtsprechung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten unbegrenzt …

Taschenbuch, 200 Seiten, zahlreiche s / w Abbildungen, Preis: 12,80 Euro.

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Seit nunmehr 20 Jahren bemüht sich der Verlag Kirchschlager um die Herausgabe kriminalhistorischer Bücher. Neben dem Schwerpunkt „Kriminalia“ stehen aber auch kulturhistorische Bände und Neudrucke höchst seltener, alter Ausgaben auf dem Programm.
Deshalb darf es nicht verwundern, wenn der Jubiläumsausgabe zum zehnjährigen Verlagsbestehen „Das Obscurum – Mord- und Schauergeschichten aus Chroniken des Alten Europa“ eine Ausgabe im Schuber mit Kommentarband der „Schwarzburger Practica des Adam Ries“ zum fünfzehnjährigen Verlagsjubiläum als Festschrift folgte. Dieses Mal haben wir uns wieder für ein kriminalhistorisches Thema entschieden, da die programmatische Ausrichtung unseres Hauses auf Bücher zu wahren Kriminalfällen weiter fortgeschritten ist. Aus diesem Grund führen wir seit 2013 die Handschelle im Verlagslogo ohne dabei auf unsere Fledermaus als zusätzliches Marken- und Schutzzeichen zu verzichten. Für diese Jubiläumsausgabe wurden rechtshistorisch interessante Flugblätter aus der sogenannten Wickiana, der Sammlung des Johann Jakob Wick, ausgewählt.
Die Flugblätter wurden herstellungsbedingt verkleinert. Die Textausgabe beruht auf der Basis einer kritischen Edition, wobei die Texte, in Einzelfällen Knittelverse, buchstaben- und zeichengetreu übertragen wurden. Kommentare, Worterklärungen und Erläuterungen sollen dem Verständnis der Bilder (hauptsächlich kolorierte Holzschnitte) und Texte dienlich sein. Zitate stehen kursiv. Diese kritische Ausgabe versteht sich allerdings nicht als „Wissenschaftsausgabe“.

Mit dieser kleinen Festgabe ist der Wunsch des Verlags verbunden, unserer geschätzten Leserschaft nicht nur die Flugblätter der Wickiana mit rechtshistorischem Hintergrund, sondern auch die vielfältige Arbeit der frühen Verleger, Drucker und „Brieffmaler“ näherzubringen. Wie alle unsere Veröffentlichungen, so erscheint auch diese Ausgabe in alter Rechtschreibung.

Ein grausamlich mord – Ausgewählte Flugblätter mit Kriminal- und Rechtsfällen aus der Wickiana. Jubiläumsausgabe zum 20jährigen Verlagsbestehen. Herausgegeben von Michael Horn und Michael Kirchschlager. Arnstadt 2015. Hardcover (Großformat), Fadenheftung, Leseband, Farbabbildungen, 80 Seiten, limitiert auf 999 Exemplare, Preis: 32 Euro.

Neuerscheinung: Serienmörder des Dritten Reiches von Wolfgang Krüger

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Hardcover, 270 Seiten, zahlreiche s/w Abbildungen, Preis: 18,95 Euro.

Nach umfangreichen Recherchen legt Wolfgang Krüger einen weiteren Band zu Kriminalfällen aus der Zeit des Dritten Reiches vor. Diesmal begibt sich der Celler Kriminalhistoriker auf die Spur unheimlicher Serienmörder. Als „Serienmörder“ werden in der Regel diejenigen Mörder bezeichnet, die ihre Verbrechen in zeitlichem Abstand voneinander begehen. Die Zeitabstände können Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre betragen. Ebenso können die Motive für die Taten ganz unterschiedlicher Natur sein. Häufig jedoch handeln Serienmörder aus sexuellen Motiven, es handelt sich hier um reine Triebtäter, die bei Begehung ihrer Morde in einen wahren Rausch verfallen können. Wenn dann die Opfer auch noch Kinder sind, dann hat der Serienmörder die unterste Stufe erreicht. Die abscheulichen Verbrechen eines solchen Mannes werden in diesem Buch geschildert. Weiterlesen

Martin Dumollarde – Der Werwolf von der Bresse (1810-8. März 1862, hingerichtet mittels Guillotine)

Die seltene Flugschrift zeigt einen Holzschnitt, der die Hinrichtung Dumollards mittels Guillotine darstellt (Sammlung Kirchschlager, Arnstadt). Martin Dumollard oder Dumollarde gilt als einer der berüchtigsten Serienmörder Frankreichs (vgl. Historische Serienmörder I). Er ermordete zahlreiche junge Frauen, wobei ihm seine Ehefrau behilflich gewesen sein soll.

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Hier hauste und mordete Dumollarde. Unten ein Bild des Serienmörders.

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Unten eines seiner Opfer.

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Quelle der Fotos: murderpedia.

Totmacher 4 – Gerd Frank auf den Spuren asiatischer Serienmörder – eine Rezension von Max Pechmann

In den drei vorangegangenen Bänden beschäftigte sich der Autor Gerd Frank mit deutschen Serienmördern (Band 1), europäischen Serienmördern (Band 2) und russischen Serienmördern (Band 3). In Band vier nimmt sich Frank Kriminalfälle aus Asien vor.

Um es vorweg zu nehmen, die Rechercheleistung des Autors kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Es ist erstaunlich, wie viele Informationen Gerd Frank über Kriminalfälle aus dem Jemen, aus Indien, Iran und sogar Israel zusammengetragen hat. Frank wertete bei seiner Arbeit vor allem Zeitungsberichte aus. Neben Kriminalfällen aus dem Nahen Osten, recherchierte er auch über die Untaten von Serienmördern in China, Japan und Südkorea, sodass der Band in der Tat den gesamten asiatischen Raum abdeckt. Denn Thailand, Indonesien und die Philippinen sind in dem Buch ebenfalls enthalten. Weiterlesen

Totmacher 3 – Gerd Frank auf den Spuren russischer Serienmörder – eine Rezension von Max Pechmann

totmacher3Nach den ersten beiden “Totmacher”-Bänden, welche historische Kriminalfälle aus Deutschland (Band 1) und Europa (Band 2) beinhalteten, beschäftigt sich Autor Gerd Frank in seinem dritten Band mit historischen Fällen aus Russland. Die Zeitspanne reicht von 1921 – 2012.

Es ist die Rede von Kannibalen, Würgern und Kindesmördern. Es ist erstaunlich, wie oft die Fälle in Zusammenhang mit kannibalischen Trieben stehen. Nicht weniger erstaunlich ist die Tatsache, dass das Phänomen Serienmörder in Russland verhältnismäßig häufig auftritt und sich – ein Fakt, der bisher noch nicht genau untersucht wurde – an bestimmten Orten mehr in Erscheinung tritt als an anderen.

Die einzelnen Fälle stellen teilweise unglaublich grausame Taten dar. Doch wie auch in den vorangegangenen Bänden bedient Gerd Frank keineswegs den plumpen Voyeurismus. Die Fälle sind präzise recherchiert. Der Autor geht den Hintergrundgeschichten nach, um Gründe für die Untaten und das abartige Verhalten der Täter zu finden. Dennoch sind die 28 Fälle äußerst spannend erzählt, sodass es schwer fällt, mit dem Lesen aufzuhören. Viele Fälle sind zugleich überaus unheimlich, sodass einem regelrecht eine Gänsehaut über den Rücken läuft.

Der Historiker Michael Kirchschlager verfasste zu dem Band ein sehr interessantes Vorwort, das sich mit der allgemeinen Geschichte und der Rechtsgeschichte Russlands beschäftigt. Die Einleitung dient als Grundlage, die es dem Leser hilft, die nachfolgenden Fälle besser verstehen zu können. Gerd Frank ergänzt Kirchschlagers Analyse durch ein Nachwort, in dem er selbst nach Gründen für die Grausamkeiten der Fälle sucht.

“Totmacher 3″ ist wie auch die beiden vorangegangenen Bände ein spannender und hoch interessanter Beitrag zur Kriminalgeschichte.

Gerd Frank: Totmacher 3 – Kolja der Menschenfresser und andere unheimliche Kriminalfälle russischer Serienmörder (1921-2012). Kirchschlager Verlag 2015, 197 Seiten, 12,80€, ISBN: 978-3-934277-51-9. (Quelle: https://filmundbuch.wordpress.com/2015/05/20/totmacher-3-gerd-frank-auf-den-spuren-russischer-serienmorder/).

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Neuerscheinung – Gerd Frank: TOTMACHER 4 – Die Kobra von Henan und andere unheimliche Kriminalfälle asiatischer Serienmörder (1906-2012)

Die Reihe TOTMACHER will authentische Kriminalfälle aus aller Welt mit dem Schwerpunkt Serienmord vorstellen. Während der Band 1 lediglich Fälle aus Deutschland zum Inhalt hatte, wandte sich sein Autor Gerd Frank im 2. Band solchen aus anderen europäischen Ländern zu. Im Band 3 legte er den Schwerpunkt auf Rußland, das sich vom Territorium her allerdings nicht nur über Europa, sondern auch über einen Großteil Asiens erstreckt. Damit schlägt Gerd Frank schon die Brücke zu diesem 4. Band, der nunmehr für Asien bestimmt ist.

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Hierbei war der Autor bei der Auswahl bemüht gewesen, je nach Materiallage, möglichst flächendeckend vorzugehen. Er hat deshalb den Raum Vorderasien mit der Türkei, Israel, Iran und Jemen abgedeckt. Ein verschwindend geringer Teil der Türkei (3 %) ist europäisch, 97 % der Gesamtfläche gehören geographisch gesehen aber zu Asien (konkret zu Vorderasien). Obwohl Israel in vielerlei Hinsicht eher europäisch eingebunden ist, so zählt es doch geographisch zum Nahen Osten und damit zu Asien. Südasien wird durch Pakistan und Indien repräsentiert. Ostasien umfaßt China, Thailand, Vietnam, Süd-Korea, Philippinen, Indonesien und Japan.
Wir bereits im 3. Totmacher-Band, Kolja der Menschenfresser und andere unheimliche Mordfälle russischer Serienmörder, gelingt es Gerd Frank in diesem 4. Band, ein übersichtliches, spannendes Kompendium zu Serienmördern vorzulegen. In dieser Bandbreite dürfte der auf Asien ausgerichtete Band der erste seiner Art sein, der sich so umfangreich diesem Thema zuwendet. Aufgrund der äußerst schwierigen Quellenlage, die sich nicht nur durch Sprach- und Schriftbarrieren ausdrückt, ist es umso lobenswerter, daß der Autor bemüht war, so oft als möglich mit spezifischen Quellen zu arbeiten. Dabei griff er hauptsächlich auf Zeitungsbeiträge und Medienberichte zurück. Auch widmete er sich, so es denn möglich war, den Biografien und Motiven der Täter und gibt einen Einblick in die manchmal düstere Rechtsprechung und Gerichtspraxis Asiens. Die Arbeit der zuständigen Polizeibehörden sowie die Zustände in den Gefängnissen legen darüber hinaus ein beredtes Zeugnis von der gesellschaftlichen und politischen Situation des jeweils behandelten Landes ab.

Softcover, 200 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 978-3-934277-52-6, Preis: 12,80 Euro

Michael Kirchschlager, Verleger

Ab sofort lieferbar „Totmacher 3 – Kolja der Menschenfresser und andere unheimliche Kriminalfälle russischer Serienmörder (1921-2012)“ von Gerd Frank

Wir setzen unsere erfolgreiche Buchreihe über „Totmacher“ fort! Ab sofort ist der 3. Band lieferbar: Gerd Frank: Totmacher 3 – Kolja der Menschenfresser und andere unheimliche Kriminalfälle russischer Serienmörder (1921-2012). Mit einem Vorwort von Michael Kirchschlager. Erstausgabe im Jubiläumsjahr 2015.

Aus dem Inhalt: Zur Einführung Von Iwan dem Schrecklichen bis Josef Stalin – Herrscher als Massenmörder 1. Der Wolf von Moskau, 2. Der Vertreter der „MOSGAZ“, 3. Der Experimentator vom Kinderclub, 4. Der Würger von Witebsk, 5. Der Ripper von Rostow, 6. Kolja der Menschenfresser, 7. Das Monster von Irkutsk, 8. Der Wahnsinnige aus Pologowski, 9. Die Boa von Odinzowo, 10. Der Filmregisseur, 11. Das Nilpferd, 12. Der Schrecken der Ukraine, 13. Die Bestie von Taganrog, 14. Die Nachtmörder von Kiew, 15. Der Menschenfresser von Nowokusnetsk, 16. Der zynische Killer , 17. Der Mittwochmörder von Angarsk, 18. Der Schachbrettmörder, 19. Der Kindesmörder von Kamensk, 20. Der Pelzmanteljäger, 21. Vom Medizinstudenten zum Serienmörder, 22. Der Taschendieb von Rostow, 23. Die Bestie von Lyswa, 24. Doktor Tod, 25. Die Rentnerkillerin, 26. Die Videomörder von Dnjepropetrowsk, 27. Die Mordfamilie von Rostow, 28. Der Kannibale von Belinsky

Gerd Frank legt mit Totmacher 3 einen eindrucksvollen, aber zugleich erschreckenden Band zur russischen Kriminal- und damit Sozialgeschichte vor. Die grausamen Taten der Mörder, die oft aus ihren Biographien entsprungen sind, spiegeln eine Gesellschaft wider, die verloren scheint. Rußland braucht unser Verständnis, keine Sanktionen.

Taschenbuch, 200 Seiten, zahlr. Abbildungen, ISBN 978-3-934277-51-9, Preis: 12,80 Euro

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Will man die extrem grausamen Verbrechen, die in diesem Buch behandelt werden, verstehen, genügt es nicht nur, versuchsweise in das Seelenleben der einzelnen Mörder einzutauchen. Man muß seinen Blick auf die Geschichte der russischen Nation und deren Rechtspflege richten. Erst wenn man die Geschichte eines Landes, seine politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung berücksichtigt, kann man seine “Kriminalität” verstehen. Im Falle Rußlands wird das besonders deutlich. Bisher fehlen wissenschaftliche Untersuchungen, die solch eine “landesspezifische Kriminalität” zum Gegenstand haben. Beim Lesen der folgenden Seiten erkennt man indes schnell die Unterschiede zu Europa. Gemessen an “Quantität” und “Qualität, ist die Brutalität, mit der in Rußland gemordet wird, vermutlich mit Mittel- und Lateinamerika vergleichbar. Menschenleben zählen in diesem Land nicht viel.